Als der am 24.April 1970 in Tschechien geborene Pavel Vovcenko sich im April 2002 auf der Anlage des ehemaligen Gestüts Weserberg in Achim-Bollen mit fünf Pferden als Trainer selbständig machte, konnte niemand, am allerwenigsten er selbst, ahnen, dass er binnen kurzem in die Riege der deutschen Spitzentrainer aufsteigt. Vovcenko hatte zuvor als Hindernisjockey u.a. an den Ställen von Elfi Schnakenberg, Hubertus Fanelsa und vor allem bei Andreas Wöhler gearbeitet und dabei auch mehrere große Rennen gewinnen können. Sein Traum war seit frühster Jugend jedoch selbst Pferde zu trainieren und zwar nach seiner eigenen Philosophie.

Bereits ziemlich schnell konnte sich der Jungtrainer über seine ersten Siege freuen, sogar beim Frühjahrsmeeting in Baden-Baden und bei der Derbywoche in Hamburg gab es Erfolge. Die Boxen füllten sich zusehends. Erstes besseres Pferd war Olaso aus dem Stall Silbersee. Er sorgte im August 2002 für den ersten Listensieg von Pavel Vovcenko und war Anfang Oktober sogar Zweiter im klassischen St.Leger. Kaum war sein erstes Trainerjahr vorüber, konnte sich Pavel Vovcenko über seinen ersten Gruppesieg freuen, ebenfalls durch Olaso, der am 24.Mai 2003 das Betty Barclay-Rennen in Baden-Baden gewann. Es sollte nicht der letzte Gruppesieg für Pferd und Trainer sein. Überhaupt etablierte sich Pavel Vovcenko sehr schnell unter den führenden Trainern des Landes. Die von ihm trainierten Pferde überzeugen durch Konstanz, so dass Erfolge sowohl auf der Flachen als auch über Hindernisse an der Tagesordnung sind. 2005 und 2006 war Pavel Vovcenko der erfolgreichste Trainer in Norddeutschland.

Anfang 2006 erfolgte der Umzug von Achim-Bollen in das neu eröffnete Trainingszentrum in Bremen-Mahndorf. Es dauerte nicht lange, und der erste Sieger kehrte in seine Box zurück.

2006 gelang durch Dzino ein Gruppe-I-Sieg über Hindernisse in Italien. Wenige Monate zuvor starteten Kitara und One little David in Dubai, wo letztgenannter sich sogar platzieren konnte. Expensive Dream, einstiger Seriensieger, konnte sich auf Gruppeebene platzieren. Als besonders treu erwies sich wie in den Jahren zuvor Extremsteher Kasus.

2007 trainierte Pavel Vovcenko mit Ajesha Deutschlands Hindernispferd des Jahres. Sie gewann gleich drei Listenrennen über Jagdsprünge. Sein Meisterstück gelang ihm aber 2008. Er formte aus It's Gino, der nach einer langen Verletzungspause 2007 vier Rennen in Folge gewann und auch in Frankreich siegte, das offiziell beste deutsche Rennpferd. Höhepunkt seiner Siegesserie war ein Gruppe-II-Treffer in Baden-Baden, aber das war nichts gegen den dritten Platz im Prix de l’Arc de Triomphe in Paris-Longchamp am ersten Oktobersonntag. Mit dieser Leistung, die dem Hengst aus dem Stall 5-Stars ein GAG von 102 einbrachte und somit die höchste Marke eines deutschen Pferdes seit einigen Jahren, wurde die große Galoppwelt auf den Bremer Trainer aufmerksam.